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Verlockend einfach: Friss die Hälfte (FdH)

Das Konzept von Friss die Hälfte (FdH) ist denkbar einfach: Statt aufwendig zu überlegen, was wir essen, sollen wir alle Portionen schlichtweg halbieren. Haben wir vorher also 100g Nudeln verspeist, dürfen es jetzt nur noch 50g sein. Weitere Einschränkungen und Regeln gibt es keine.

Auf einen Blick

Diät-Art: Kalorienreduziert

Theorie

Viel Theorie gibt es hier nicht: Iss einfach die Hälfte von dem, was du vorher gegessen hast, und erreiche so eine Kalorienreduktion von um die 50 % und damit eine negative Energiebilanz – fertig!

Ablauf

Das Schöne an Friss die Hälfte ist ja, dass wir eigentlich gar nicht viel machen müssen. Wir können genauso weiteressen wie bisher, auf dem Teller sollte nur einfach immer die Hälfte der ursprünglichen Portionen landen. So sparen wir Kalorien und nehmen ganz einfach ab – ohne sich überlegen zu müssen, was wir essen und ohne irgendeine Kategorisierung der Lebensmittel.

Kritik

Die einfache Diät ist leider in der Praxis zu kurz gedacht, denn 50 % weniger Kalorien ist zwar eine ganze Menge, aber sie ist ebenso abhängig von den vorherigen Essgewohnheiten. Bei einer normalen Ernährung kann es hier schon passieren, dass wir unter dem Strich wesentlich weniger Kalorien zu uns nehmen, als gesund wäre. Bei einer sehr fett- und kalorienreichen Ernährung reicht „einfach die Hälfte essen“ vielleicht gar nicht aus, um einen nennenswerten Erfolg zu erzielen. Und natürlich müssen wir erst einmal wissen, was und vor allem wie viel wir vorher gegessen haben. Bei Nudeln mag das noch einfach sein, im Restaurant können wir womöglich halbe Portionen bestellen, aber sich selbst und sein Essenverhalten richtig einzuschätzen, ist schwer und führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu fehlerhaften „halben Portionen“.

Zu einer gesünderen Ernährung und einer dauerhaften Umstellung der Essgewohnheiten trägt die Friss-die-Hälfte-Diät nichts bei. Expertinnen und Experten warnen deshalb bei dieser Diät vor Mangelerscheinungen: Werden vorher schon Obst, Gemüse und andere Nährstoffträgereher sparsam gegessen und diese dann noch um die Hälfte reduziert, verstärkt sich der Mangel.

Ein entscheidender Nachteil ist auch das ständige Hungergefühl: Wer vorher die doppelte Portion gegessen hat, wird sich schwer tun mit der Hälfte satt zu werden. Wer die FDH-Diät deshalb konsequent durchziehen möchte, braucht ein hohes Maß an Selbstdisziplin, eine sehr gute Einschätzung  – und muss das begleitende Hungergefühl aushalten.

Nach der Diät einfach wieder zu den üblichen Portionen zurückzukehren, wird vermutlich kaum zu einem langfristigen Erfolg führen – und macht die FDH-Diät nicht wirklich langzeittauglich.

Trotzdem: Das Konzept der Diät ist so einfach, dass es schon wieder verlockend ist. Ein paar Tage die eigenen Essgewohnheiten beobachten, hilft vielleicht sogar mehr als die eigentliche Diät. Denn letztendlich sollte es keine genaue Halbierung von vorher ungesundem Essen sein. Stattdessen könnten der Verzicht auf fettreiche Kalorienbomben oder die kleinen Snacks zwischendurch und ein stärkerer Fokus auf wertvolle Nähstoffträger der erste Schritt sein: Von Friss die Hälfte der Menge zu Friss die Hälfte (oder zwei Drittel) an Kalorien. Leider verliert das Konzept dadurch den Charme der Einfachheit.

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