rss

Fachwissen Diät

Home  / Fachwissen Diät  / Volumetrics: Fülle statt Hungern

Volumetrics: Fülle statt Hungern

Immer satt werden, viel essen und dabei wenig Kalorien aufnehmen. So soll das Abnehmen gelingen, verspricht die Volumetrics-Diät und versteht sich selbst als ein gesundes, einfaches Diätkonzept. Treu dem Prinzip der Energiedichte setzt diese Diät auf viel Gemüse, Obst und andere wasserreiche Lebensmittel, die den Magen füllen.

Auf einen Blick

Diät-Art: Energiedichte-Prinzip

Herkunft

Die Volumetrics-Diät stammt aus den USA. In ihrem Labor an der Pennsylvania Universität forschte Dr. Barbara Rolls über den Zusammenhang von Essverhalten und Sättigungsgefühl. Ihre Erkenntnis: Ob wir uns satt fühlen oder nicht, hängt vorrangig von der Menge – dem Volumen – der Mahlzeit ab und nicht von der Kalorienanzahl. Diesen Zusammenhang nannte sie „Volumetrics“. Mittlerweile gibt es einige Diätbücher zu dem Thema. Martin Kunz ist als Autor für den deutschen Markt zu nennen. Auch die Begründerin Barbara Rolls hat einen „Weight-Control Plan“ für die Volumetrics-Diät veröffentlicht.

Theorie

Sich reichlich sattessen und gerade dadurch abnehmen – das ist das Ziel der Volumetrics-Diät. Denn mit leerem Magen ist jede Diät schwer durchzuhalten und wir greifen zielsicherer zu Snacks und Ungesundem, um das Magengrummeln zu stoppen.

Die Volumetics-Diät basiert auf dem Prinzip der Energiedichte. Barbara Rolls, eine US-Amerikanische Forscherin, kam in Studien zu dem Schluss, dass für unser Sättigungsgefühl nicht die Kalorienanzahl entscheidend ist, sondern lediglich die Magenfülle. Voluminöse Speisen mit wenig Kalorien pro 100 g sind deshalb unser Begleiter bei der Volumetrics-Diät: Sie füllen und dehnen den Magen, signalisieren unserem Körper, dass er nun satt ist, und sorgen trotzdem am Ende des Tages für eine negative Energiebilanz.

Welche Lebensmittel für die volumetrische Ernährung geeignet sind, bestimmt der Volumetrics-Index beziehungsweise die Energiedichte eines Lebensmittels und einer Speise. Dabei zählt die Kalorienanzahl pro 100 g. Lebensmittel und Speisen mit Kalorien bis 125 kcal pro 100 g sind die Hauptakteure bei dieser Diät, denn sie besitzen einen niedrigen Volumetrics-Index von 1,25 oder kleiner. Lebensmittel mit niedrigen Energiedichte-Werten haben in aller Regel einen großen Anteil an Flüssigkeiten und Wasser: frisches, saftiges Obst und Gemüse und natürlich Suppen. Aber auch ballaststoffreiche Lebensmittel eigenen sich hervorragend für diese Diät: Ballaststoffe haben selbst keine Kalorien, weshalb diese Lebensmittel oft mit wenigen Kalorien pro 100 g zur Buche schlagen.

Ablauf

Die Volumetrics-Diät ist keine klassische Diät mit festgeschriebene Wochenplänen und Kalorienanzahl pro Tag. Eine Beschränkung der Lebensmittel oder Kalorienanzahl gibt es bei ihr nicht. Die Umstellung auf voluminöse und kalorienarme Speisen soll ganz von selbst zum Abnehmerfolg führen.

Gegessen werden dürfen alle Lebensmittel und Speisen mit einem niedrigen Volumetrics-Wert. Das heißt Lebensmittel mit bis zu 125 kcal pro 100 g. Auf Speisen mit mehr als 250 kcal pro 100 g sollte trotz fehlender Verbote verzichtet werden. Alkohol und zuckerhaltige Getränke sollten sich deshalb nur selten in den Speiseplan hineinschummeln.

Stattdessen stehen auf dem Speiseplan wasserreiches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte mit vielen Ballaststoffen, Speisen wie Suppen und Eintöpfe und natürlich reichlich Wasser und Tee. Aber auch Quark und Jogurts sind gern gesehene Mitspieler  bei der Volumetrics-Diät.

Wer einen Überblick möchte, welche Lebensmittel im Einkaufswagen landen sollen, sucht im Internet lieber nach „Energiedichte-Tabelle“ statt nach „Volumetrics-Tabelle“. Auf brigitte.de findet sich beispielsweis seit der Umstellung auf das Energiedichte-Prinzip im Jahr 2008 ein PDF mit einigen Lebensmittel und ihrer Energiedichte: Viele weitere Seiten bieten PDFs und Listen mit Lebensmitteln und ihrer zugehörigen Energiedichte an. Zum Beispiel hier, hier und hier.

Selbstdisziplin und Volumetrics-Regeln

Ganz ohne negative Energiebilanz funktioniert die Volumetrics-Diät natürlich nicht. Obwohl sie suggeriert, dass kein Kalorienzählen nötig ist – wir essen schließlich sowieso nur Lebensmittel mit wenigen Kalorien, die stark sättigen – kommt auch diese Diät nicht ohne ein großes Maß an Disziplin aus. Sättigende Speisen mit positivem Volumetrics-Wert zu essen hilft nichts, wenn wir trotzdem noch zu viel von diesen Speisen essen und die Signale unseres Körpers nicht ignorieren.

In seinem Buch beschreibt Martin Kunz deshalb einige Regeln für die Volumetrics-Diät. Die wichtigsten sind:

  • Essen Sie nur, wenn sie hungrig sind.
  • Essen Sie möglichst nur 3 Mahlzeiten pro Tag.
  • Trinken Sie mindestens 2 Liter Wasser (und andere kalorienarme Getränke wie Tee).

Langsames, bewusstes Essen und ein Gefühl dafür, wann wir satt sind, sollen hier nicht nur zu einer Ernährungsumstellung führen, sondern auch den gewünschten Abnehmerfolg bringen.

Achtung: Trotz der hervorragenden Volumetrics-Werte: Eine reine Wasser-Diät funktioniert nicht. Nur mit Wasser und anderen kalorienarmen Getränken können wir unseren Magen nicht füllen und werden auch nicht satt.

Kritik

Die Volumetrics-Diät ist logisch, verständlich und einfach auszuführen. Wer allerdings feste Pläne und Regeln sucht, der wird sich mit der Volumetrics-Diät schwer tun. Auch im Hinblick auf die Kalorienanzahl pro Tag ist der reine Volumetrics-Wert ein vereinfachendes Konzept. Denn natürlich könnte man jede x-beliebige Speise  mit reichlich Gemüse- und Obstbeilage zu einer Volumetrics-freundlichen Speise modellieren. Ein überzogenes Beispiel ist die Fertigpizza: Üppig mit Extra-Gemüse belegt, könnte sie einen akzeptablen Volumetrics-Wert erreichen. Isst man sie dann komplett auf, hat man natürlich nicht weniger Kalorien zu sich genommen – und wird mit seiner Gemüse-Fertigpizza langfristig auch nicht abnehmen. Vermutlich würden nur wenige Menschen bei einer Diät auf die Idee kommen, Fertigpizzen en masse zu essen, aber das Beispiel veranschaulicht eines: Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und ein frühzeitiges Erkennen des einsetzenden Sättigungsgefühls ist Voraussetzung für den Erfolg dieser Diät.

Am Ende des Tages zählt, wie bei allen anderen Diäten auch, die negative Energiebilanz. Das heißt, wir müssen weniger Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrauchen, durch Bewegung im Alltag oder Sport. Die Volumetrics-Diät gibt Tipps und Anregungen, wie wir mit einer negativen Energiebilanz satt werden können – nicht mehr und nicht weniger.

Volumetrics: Fülle statt Hungern | balance40plus

Hinterlasse einen Kommentar