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XXL-Sport: Mit Spaß fit werden in jeder Kleidergröße

Letzte Woche habe ich mit Till Trilling über den richtigen Start in ein sportlicheres Leben gesprochen – heute will ich mit ihm über XXL-Sport sprechen.

Till Trilling ist nicht nur Physiotherapeut, Diplom-Fitness-Ökonom und Mitinhaber des Fitness Club deen in Berlin, sondern auch ein echter Sportfreak. Vom Fußballvereinssport über Europameisterschaften mit dem BMX-Rad, Snowboarden, Skifahren bis zum Marathon und Iron Man hat er echt nicht viel ausgelassen, was Sport angeht. Ich war doch schwer beeindruckt, als ich ihn nach seiner sportlichen Biographie befragte:). Dennoch hat er sich seine Empathie für Menschen bewahrt, die es erst einmal langsamer angehen lassen möchten oder müssen. Er ist eben auch ein guter Physiotherapeut und Fitnesstrainer und weiß, was gerade der untrainierte Körper (und Geist) braucht, damit er gesund bleibt beim fit werden:).

Welche Sportarten eignen sich besonders gut für XXL-Aspirantinnen aus deiner Sicht?

Ganz grundsätzlich kann man eigentlich fast JEDEN Sport machen, der Spaß macht, wenn sich der Trainer oder Trainerin gut auskennt und das Training entsprechend an die Erfordernisse anpasst ­– das ist vor allem das Thema gelenkschonende Bewegung. Die Klassiker sind natürlich immer gut –  Rad fahren, schwimmen, Inline Skaten, Langlaufski – alles Sportarten, die die Gelenke schonen, wenn man sie langsam angeht. Aquafitness ist auch eine tolle Geschichte, denn man wiegt im Wasser nur 1/7 des eigentlichen Gewichts,  das ist gut für die Gelenke – und ein guter Einstieg in die Bewegung. 

Nicht günstig sind alle Sportarten mit besonders hohem Tempo, bei denen man viel abstoppen muss, zum Beispiel alle Schlagsportarten (Squash, Badminton etc), die eher kurz und schnell sind.

Wer Kurse besuchen möchte: Ein Bodyshapekurs ist sehr geeignet – oder auch Wirbelsäulengymnastik. Bei Yoga und Pilates können eventuell nicht alle Positionen ausgeführt werden – wobei das auch Sache des Trainers ist, das entsprechend anzupassen. Und Zumba und Aerobic sind mit ihren schnellen Bewegungen und Stops eher zu abgehackt und schnell. Grundsätzlich spielt bei Kursen aber die Gestaltung des Trainers eine wichtige Rolle. Geht er auf die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer ein? Dann ist da auch sehr viel möglich.

Auf was müssen Übergewichtige besonders achten, wenn sie zum Beispiel in ein Fitnessstudio gehen?

Die Gelenke zu schonen steht sicher an erster Stelle. Und im Ausdauerbereich ist es besser, nicht gleich auf das Laufband zu gehen, sondern langsam anzufangen und dabei immer auf die Pulsfrequenz zu achten. Im Kraftbereich sollte man zum Beispiel eher mit leichteren Gewichten und vielen Wiederholungen arbeiten, damit sich die Gelenkbelastungen in Grenzen halten und es nicht zu Belastungsspitzen kommt.

Sind Diabetesproblematiken vorhanden, ist es sowieso wichtig, den Energiestoffwechsel mit höheren Wiederholungen und geringeren Gewichten zu trainieren. Sonst bekommt der Körper nicht genügend Energie in die Zellen.

Hinzukommt die psychologische Komponente, dass sich derjenige sehr wohl fühlt beim Training, sich nicht in unbequeme Geräte zwängen oder extreme Sitzpositionen einnehmen muss. Am Anfang muss das gar nicht viel sein: 5 Stationen und etwas Fahrrad fahren reicht völlig. Wichtig ist, Freude an der Bewegung zu bekommen.

Gibt es gesundheitliche Risiken, die man bedenken sollte?

Themen sind Gelenke, Pulswerte beachten – und eventuell Diabetes. Die Pulswerte sollten unbedingt kontrolliert werden, weil das Training sonst schnell nicht mehr den Effekt hat, wenn die Trainierenden nicht in der richtigen Pulsfrequenz trainieren. Während des Trainings ist eine ruhige und gleichmäßige Atmung ganz wichtig.

Sollte man immer vorher zum Arzt gehen?

Bei sehr starken Übergewicht und einer langen Zeit ohne Bewegung würde ich das immer mit dem Arzt abklären und prüfen lassen, ob die Gelenke intakt sind und alles ok ist. Dann ist man einfach auf der sicheren Seite.

Speziell im Studio: Was rätst du unseren Leserinnen: Worauf sollen Sie achten, wenn sie sich ein Fitnessstudio aussuchen? Was sollte gewährleistet sein?

Wichtig ist, dass man sich gut aufgehoben und verstanden fühlt, dass die Trainer alles in Ruhe und genau erklären, sich Zeit nehmen. Schaut euch dann auch die anderen Mitglieder an, die im Studio trainieren. Wie wird man dort aufgenommen? Schließlich will man da in Zukunft zweimal die Woche dort hingehen – die Zeit nimmt man sich nur, wenn man sich dort wohl fühlt, sonst wird es nicht funktionieren. Ansonsten gilt das, was ich letzte Woche gesagt habe.

Mein Fazit: Alles in Maßen und Spaß und Freuden dabei haben – das ist das Wichtigste zum Thema Bewegung.

Lieber Till, vielen Dank für deine vielen Tipps und das Gespräch!:)

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