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Achtsam essen und abnehmen – erste Erkenntnisse aus Woche 1

Ich habe 100 g weniger als letzte Woche – jetzt nicht grad der Brüller, aber es ist echt schwer, achtsam zu essen.

Was heißt achtsam essen überhaupt praktisch?

Eine Teilnehmerin des MBSR-Kurses (das geht’s um Stressreduktion durch Achtsamkeit), den ich zurzeit besuche, hatte mir ein Buch zum Thema empfohlen: Geneen Roth „Fühle dich selbst und iss, was du willst“. Das Buch hat mir eine Menge Anregungen gegeben, auch wenn es mir ein bisschen zu unstrukturiert war (da bricht sich mein kleiner innerer „Monk“ Bahn) und sich in erster Linie an Frauen mit (massiven) Essstörungen richtet. In den Praxisbeispielen habe ich mich daher nur selten wiedergefunden. Hilfreich fand ich vor allem die Richtlinien für achtsames Essen am Schluss des Buches, die da lauten:

Nur Essen, wenn ich Hunger habe

Dazu muss ich erst mal rausfinden, ob ich gerade Hunger oder bloß Appetit habe. Ich versuche – sobald ein Ich-will-Essen-Impuls kommt –, kurz innezuhalten und auf meinen Magen zu hören, ob da tatsächlich schon ein Loch ist. Das hat so etwa ein halbes Dutzend Mal geklappt. Aber die Macht der Gewohnheit (Ess-Impuls -> ab in die Küche -> essen) ist groß …

Im Sitzen in einer ruhigen Umgebung essen

Ich esse erstaunlich selten unterwegs, es sei denn, ich muss morgens sehr früh aus der Prignitz nach Berlin fahren. Oder die Fahrt von Berlin in die Prignitz verzögert sich um Stunden wegen Einkaufen etc. Dann ist schon mal eine Rastplatzschrippe fällig (aus kulinarischer Sicht kann ich davor allerdings nur warnen!).

Ohne Ablenkung essen

Äh ja – ich esse, während ich meine Mails lese, ich esse beim Fernsehen, ich esse, während ich telefoniere … Ohne Ablenkung essen ist echt hart für mich. Ich habe es immerhin dreimal geschafft, den Computer erst einzuschalten, nachdem ich gefrühstückt habe. Und ein paarmal haben Marion und ich gekocht und am Tisch gegessen, ohne Fernseher, Radio u. Ä. Tatsächlich esse ich ohne PC und Co viel bewusster und merke früher, dass ich satt bin.

Essen, wonach mein Körper verlangt

Bislang merke ich nur (manchmal), wenn mein Körper grad was nicht will. Aber was er will? Das ist zurzeit noch ein großes Mysterium. Als von den Halloween-Überfällen durch kleine Geister und Hexen noch eine Tüte Schokobons übrig war, hörte ich jedenfalls eine innere Stimme ganz deutlich und immer wieder rufen: Iss sie, mach sie fertig! Aber das war definitiv nicht mein Körper, der da schrie – denn hinterher hatte ich durch den Zucker Magenschmerzen hmmm

Essen, bis ich satt bin

Da ich eigentlich nie mit einer Mahlzeit aufhöre, wenn ich noch hungrig bin, müsste diese Richtlinie bei mir wohl eher heißen: Aufhören zu essen, wenn ich satt bin. Ob ich satt bin (bzw. dass ich zu viel gegessen habe), merke ich häufig zu spät, wenn ich vor dem Computer etc. ess. Ziel ist also: häufiger ohne Ablenkung essen.

Schwierig wird das Aufhören auch, wenn ich den Punkt, an dem ich ein bisschen hungrig bin, überschritten habe, z. B. weil ich einen Kundentermin hatte, der länger dauerte als geplant. Denn wenn der Hunger zu groß wird, habe ich nur noch ein Ziel: mir Nahrung zwischen die Beißerchen zu schieben – und das in großen Mengen.

So essen, dass es öffentlichkeitstauglich ist

Das mach ich, ehrlich gesagt, sowieso. Also nicht meine Baustelle grin

Mit Freude, Genuss und Lust essen

Bewusst mit Freude und Genuss esse ich nicht allzu häufig. Essen geschieht so oft nebenbei, dass ich Freude und Genuss gar nicht richtig bemerke.

Fazit der ersten Woche

Meine Themen beim achtsamen Essen sind offenbar: mir Zeit zum Essen nehmen, darauf achten, ob ich Hunger oder bloß Appetit habe, den Hunger nicht zu groß werden lassen und aufhören, wenn ich satt bin.

Für die nächste Woche nehme ich mir vor, auf meinen Hunger zu achten, also noch mal genauer zu gucken, habe ich Hunger oder nicht, und den Hunger nicht so groß werden zu lassen, dass ich beim anschließenden essen jedes Maß verliere.

Außerdem habe ich mir ein weiteres Buch zum achtsamen Essen bestellt, von dem ich mir ein paar Einsichten und Praxistipps erhoffe: Thich Nhat Hanh, Lilian Cheung: „Achtsam essen – achtsam leben: Der buddhistische Weg zum gesunden Gewicht“.

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